Sitzung: 13.09.2016 Jugendhilfeausschuss
Frau Dr. Emmer bedankt sich, dass sie die Thematik „arbeitslose Jugendliche und junge Erwachsene im Landkreis Stendal“ im Jugendhilfeausschuss vorstellen kann. Die Vorstellung erfolgt anhand einer PowerPoint-Präsentation (liegt als Anlage anbei).
Herr Rettig hat eine Nachfrage: Sie differenzieren bei der Jugendarbeitslosigkeit zwischen Flüchtlingen mit Status und … Kann man das für die Zahlen von 0 – 15 auch so sehen?
Frau Dr. Emmer: Die Kinderzahlen sind darin enthalten.
Frau Voigt führt die Ausführungen an Hand der PowerPoint-Präsentation weiter.
Herr Graubner freut sich, dass es dieses Projekt gibt. Frage: Gibt es noch freie Plätze in den angesprochenen Projekten?
Frau Voigt: Es gibt freie Plätze, Anruf genügt, und wir sprechen das sofort mit dem Träger ab.
Herr Kloft: Die Summe ist ein Wahnsinn. Das sind (umgerechnet) acht Vollzeitstellen, um 12 Teilnehmer zu betreuen. Wir betreuen wesentlich mehr Kinder mit einer Vollzeitstelle. Wir sprechen in der gesamten mobilen Jugendarbeit von derselben Gesamtsumme für neun Planstellen. Vielleicht kann man hier auch andere freie Träger, die schon Kontakte haben, mit einbinden, bevor das an Firmen geht.
Frau Dr. Emmer: Das läuft über Interessenbekundungen, es muss eine bestimmte Infrastruktur und ein gewisses Know How dahinterstehen. Und dann gibt es das im Rahmen der Zuwendungen, da sind teilweise auch noch Evaluierungsprojekte mit der Hochschule drin, sprich: Kosten, die mit anfallen, also da ist mehr mit drin als nur die Betreuung.
Wir wollten deutlich machen, dass aufgrund der Problemlage wir ja auch bewusst mehr mit in die Hand nehmen, weil wir einfach gezwungen sind, das zu tun. Wir haben auch andere Maßnahmen, wo jeder Träger sich im Rahmen seiner Zertifizierung anerkennen lassen kann und seine Angebote unterbreiten kann.
Interessant ist, dass wir unterschiedliche Projekte haben, z. B. Projekte, die wir selber finanzieren, aber auch Projekte, die mit anderen gemeinsam finanziert werden.
Frau Kraemer: Das war jetzt nur für 10 Monate? Liegen schon Ergebnisse vor?
Frau Voigt: Das Projekt läuft 1 ½ Jahre, aber die Zuwendungszuweisungsdauer für einen am Stück – der Jugendliche kann zweimal zugewiesen werden, er kann verlängert werden.
Wir haben schon die ersten Jugendlichen aus dieser Maßnahme heraus; diese sind entweder in der Folgemaßnahme oder in einer Ausbildung. Da wir das bei einem Reha-Partner haben, haben einige das angenommen und haben gesagt, dass sie in die Reha-Ausbildung gehen. Von den ersten gehen jetzt zwei Jugendliche in die Reha-Ausbildung. Und zwei wurden abgemeldet, die in eine berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (spezielle Reha-BVB) gehen. Das sind Folgemaßnahmen, die dafür angedacht waren. Die anderen sind noch nicht solange dabei, haben das Maßnahmeziel noch nicht erreicht, werden das in diesem Ausbildungsjahr nicht schaffen.
Frau Voigt und Frau Dr. Emmer erläutern die Projekte weiter anhand der PowerPoint-Präsentation.
Herr Rettig fragt nach, was man unter einer Zielprämie versteht.
Frau Voigt: Das nennt sich Motivationsprämie, d. h., die Jugendlichen wissen vorher, dass sie ein kleines Taschengeld bekommen können, wenn sie bestimmte Dinge schaffen, z. B. jeden Tag in der Woche dort erscheinen. Und: es wirkt. Es ist ein ganz ausgeklügeltes Punktesystem.
Frau Borkowski geht das Gleiche wie Herrn Kloft durch den Kopf. Sie versuchen, sehr viel einzufangen, was vielleicht durch eine gut finanziell untersetzte Jugendarbeit gar nicht so weit kommen würde.
Frau Dr. Emmer: Man muss sehen, dass wir uns innerhalb der Bundesgesetze bewegen und über Bundesmittel finanziert werden und eigentlich auf den Auftrag haben, diese sehr wirkungsorientiert und intensiv zu platzieren, das wollen wir umsetzen. Es gibt entsprechende Nachhaltung und Wirkungsanalysen. Sie leisten an einer anderen Stelle eine andere Arbeit, und das, was zu den Problemlagen führt, ist sehr vielfältig und das kann man nicht nur mit guter Jugendarbeit erfüllen. Wir müssen sehen, dass wir unseren Auftrag erfüllen. Aber ich nehme heute mit, dass die Netzwerkarbeit zunehmend wichtig ist. Und ohne Partner geht nichts.
Frau Voigt: Es ist eine alte Weisheit: Je eher man eingreift, umso weniger geht schief. Es wäre schön, dass Kinder ab dem ersten Jahr in Einrichtungen gehen, dort Essen bekommen, betreut werden. Die Eltern müssen befähigt werden, besser auf ihre Kinder einzugehen.
Herr Zürcher: Man hat eine gewisse Logik und Vernunft, die man manchmal bei der Politik vergessen kann. Es sind ja alles Steuergelder, um die es geht. Und die Netzwerkarbeit ist sehr wichtig.
Herr Schmitt: Wir haben schon oft davon gesprochen, dass wir die Leute, die schon „runtergefallen“ sind, retten möchten. Es ist nur schade, dass man dafür so viel Geld in die Hand nehmen muss. Aber alle Kinder- und Jugendeinrichtungen sind gerne Partner. Wichtig ist, dass diese Arbeit kontinuierlich weitergeführt wird. Wir möchten auch gerne diese Partner bleiben.
Frau Voigt: Wir halten ganz viele Netzwerkangebote im Landkreis vor. Aber das große Dilemma ist, dass wir die Hilfsangebote nicht damit kommunizieren, sie in die Zeitung zu schreiben oder im Internet präsentieren, denn da guckt das Klientel nicht rein. Meine Frage ist: Wie kriegen wir die Jugendlichen gezielt überzeugt, dass das Hilfsangebot für sie da ist?
Frau Hartel: Gibt es eine Möglichkeit, sich über diese Projekte zu informieren?
Frau Voigt: Bei uns liegen Flyer, wir könnten auch die Jugendclubs mit Flyern ausstatten, das ist kein Problem.
Frau Güldenpfennig bedankt sich für die Ausführungen bei Frau Dr. Emmer und Frau Voigt.
