Frau Panse  und Herr Kanitz geben einen recht ausführlichen Sachstandsbericht zum Projekt Starthilfe 2.0 (siehe Anlage).

Herr Rettig fragt, wie lange das Projekt geplant ist,  wie es finanziert wird und gibt es mehr männliche oder weibliche Teilnehmer und bekommen sie eine Vergütung? Wie kommen sie nach Hindenburg

Frau Panse: Die männlichen Teilnehmer überwiegen und sie freuen sich, kommen zu dürfen. Es gibt keine Bezahlung. Und: wir holen die Teilnehmer von Goldbeck vom Bahnhof ab, manchmal auch von verabredeten Treffpunkten oder auch schon mal von zu Hause.

Herr Kanitz: Das Projekt läuft noch bis 31.12.2018. Es läuft über Zuwendungen; und natürlich haben wir vor, wenn die Evaluation am Ende ergibt, dass der Weg, den wir methodisch eingeschlagen haben, auch der Richtige ist, dass wir das weitermachen wollen.  Wenn das Ergebnis, so wie es jetzt aussieht, sehr gut ist, werden wir mit dem Träger in Kontakt treten, dass er die Maßnahme zertifizieren lässt und somit über ganz normale arbeitsmarktliche Produkte förderbar ist.

Frau Müller: Wir finanzieren das seit Anbeginn mit 40.000 Euro jährlich mit.

Frau Voigt ist sehr froh über dieses Projekt; das hat uns als Baustein gefehlt. Wenn man weiß, dass die Fachleute sagen, dass bei den jungen Menschen mit psychischen Erkrankungen, die bei ca. 80 % im Bereich Fallmanagement liegen, wo noch ein Suchtproblem dazu kommt, erst das Suchtproblem behandelt werden muss, bevor man das psychische Problem behandeln kann, sind wir jetzt auf einem sehr guten Weg.

Frau Kraemer: Wie kommt denn der Jugendliche überhaupt zu dem Projekt?

Herr Kanitz: Die Jugendlichen erzählen es, es ist kein Geheimnis. Von den im Jobcenter gemeldeten Jugendlichen sind ca. 80 % aktive Konsumenten oder haben schon schwere Konsumkarrieren hinter sich. Wir müssen uns der Realität stellen, wir haben keine andere Chance, um diese Jugendlichen wieder zurückzubekommen. Der Aufwand dafür wird immer größer.

Frau Voigt: Die Zuleitung erfolgt über die Fallmanager. Die Jugendlichen outen sich, und man kann gleich über die Drogen reden. Hier muss man überlegen und geeignete Maßnahmen anbieten. Das funktioniert über ganz vertrauensvolle Gespräche.

Herr Kloft: Eine allgemeine Frage: Was läuft präventiv zum Thema Drogen im Landkreis? Und: Was läuft von Seiten der Strafverfolgungsbehörden mit den Dealern? Vielleicht könnte man da entsprechende Partner zu einer Ausschusssitzung einladen.

Frau Müller: Das hatten wir schon im Blick und das könnten wir Anfang nächsten Jahres mal machen.

Frau Kraemer fragt nach dem Alter. Sind die Jugendlichen schon 18 Jahre alt? Sind die Elternhäuser mit involviert?

Frau Panse: Die Jugendlichen sind ab einem Alter von 16 Jahren in diesem Programm.  Die Eltern sind zum Teil auch Kunden. Der Jüngste hat z. B. mit acht Jahren angefangen, intensiv Drogen zu konsumieren, nicht einfach Bier zu trinken.

Weitere Fragen gibt es nicht.