Sitzung: 17.10.2017 Jugendhilfeausschuss
Frau
Panse und Herr Kanitz geben einen recht ausführlichen
Sachstandsbericht zum Projekt Starthilfe 2.0 (siehe Anlage).
Herr
Rettig
fragt, wie lange das Projekt geplant ist,
wie es finanziert wird und gibt es mehr männliche oder weibliche
Teilnehmer und bekommen sie eine Vergütung? Wie kommen sie nach Hindenburg
Frau
Panse:
Die männlichen Teilnehmer überwiegen und sie freuen sich, kommen zu dürfen. Es
gibt keine Bezahlung. Und: wir holen die Teilnehmer von Goldbeck vom Bahnhof
ab, manchmal auch von verabredeten Treffpunkten oder auch schon mal von zu
Hause.
Herr
Kanitz:
Das Projekt läuft noch bis 31.12.2018. Es läuft über Zuwendungen; und natürlich
haben wir vor, wenn die Evaluation am Ende ergibt, dass der Weg, den wir
methodisch eingeschlagen haben, auch der Richtige ist, dass wir das
weitermachen wollen. Wenn das Ergebnis,
so wie es jetzt aussieht, sehr gut ist, werden wir mit dem Träger in Kontakt
treten, dass er die Maßnahme zertifizieren lässt und somit über ganz normale
arbeitsmarktliche Produkte förderbar ist.
Frau
Müller:
Wir finanzieren das seit Anbeginn mit 40.000 Euro jährlich mit.
Frau
Voigt
ist sehr froh über dieses Projekt; das hat uns als Baustein gefehlt. Wenn man
weiß, dass die Fachleute sagen, dass bei den jungen Menschen mit psychischen
Erkrankungen, die bei ca. 80 % im Bereich Fallmanagement liegen, wo noch ein
Suchtproblem dazu kommt, erst das Suchtproblem behandelt werden muss, bevor man
das psychische Problem behandeln kann, sind wir jetzt auf einem sehr guten Weg.
Frau
Kraemer:
Wie kommt denn der Jugendliche überhaupt zu dem Projekt?
Herr
Kanitz:
Die Jugendlichen erzählen es, es ist kein Geheimnis. Von den im Jobcenter
gemeldeten Jugendlichen sind ca. 80 % aktive Konsumenten oder haben schon
schwere Konsumkarrieren hinter sich. Wir müssen uns der Realität stellen, wir
haben keine andere Chance, um diese Jugendlichen wieder zurückzubekommen. Der
Aufwand dafür wird immer größer.
Frau
Voigt:
Die Zuleitung erfolgt über die Fallmanager. Die Jugendlichen outen sich, und
man kann gleich über die Drogen reden. Hier muss man überlegen und geeignete
Maßnahmen anbieten. Das funktioniert über ganz vertrauensvolle Gespräche.
Herr
Kloft:
Eine allgemeine Frage: Was läuft präventiv zum Thema Drogen im Landkreis? Und:
Was läuft von Seiten der Strafverfolgungsbehörden mit den Dealern? Vielleicht
könnte man da entsprechende Partner zu einer Ausschusssitzung einladen.
Frau
Müller:
Das hatten wir schon im Blick und das könnten wir Anfang nächsten Jahres mal
machen.
Frau
Kraemer
fragt nach dem Alter. Sind die Jugendlichen schon 18 Jahre alt? Sind die Elternhäuser
mit involviert?
Frau
Panse:
Die Jugendlichen sind ab einem Alter von 16 Jahren in diesem Programm. Die Eltern sind zum Teil auch Kunden. Der
Jüngste hat z. B. mit acht Jahren angefangen, intensiv Drogen zu konsumieren,
nicht einfach Bier zu trinken.
Weitere
Fragen gibt es nicht.
