Beschluss: einstimmig zugestimmt

Herr Stoll stellt die Fakten zum Erhalt des Bahnhaltepunktes Steinfeld anhand einer vorbereiteten Power-Point-Präsentation vor. Die Präsentation ist unter Tagesordnungspunkt 8 im Informationsportal des Kreistages des Landkreises Stendal eingestellt.

Herr Berlin kann den Erhalt des Bahnhaltepunktes nur begrüßen. Er macht darauf aufmerksam, dass das Stück Landesstraße zwischen Schinne und Belkau dann wieder als Kreisstraße zurückgestuft werden müsste. Der Erhalt von Bahnhöfen stärkt zudem den ländlichen Raum.

Herr Staudt stimmt zu, dass der ländliche Raum gestärkt werden muss. Allerdings sind 270.000 € pro Jahr für den Landkreis plus 120.000 € vom Land (auch Steuergelder) sehr viel Geld für wenig Resonanz. Für die 270.000 € könnte man bereits einige Straßenkilometer ausbauen, die viele Menschen täglich nutzen. In unserer Fraktion wurde dieses Thema sehr kontrovers diskutiert. Der Erhalt des Bahnhaltepunktes bringt viele Vorteile, aber auch eine Zahlungsverpflichtung über 18 Jahre. Es ist vollkommen nachzuvollziehen, dass eine Entscheidungsfindung schwierig sein wird.

Herr Puhlmann wirft ein, dass es in der Beschlussvorlage neben dem Erhalt des Bahnhaltepunktes auch um den Erhalt der Buslinien geht. Mit den 270.000 € im Jahr wird nicht nur der Bahnhaltepunkt Steinfeld, sondern auch die darüber hinaus gehenden Orte, die dann mit mehr Busfahrten abgedeckt werden, erschlossen.

Herr Schulz fehlt für eine abschließende Entscheidung ein Gesamtüberblick. Neben den Fahrgastzahlen spricht man auch über das Mehr von Buslinien. Man stellt sich natürlich die Frage, ob mehr Fahrgäste erwartet werden, sobald das Busnetz ausgeweitet wird. Außerdem ist es wichtig zu wissen, was eine Busstrecke im Vergleich zu dem, was zusätzlich an Busstrecken ausgebaut werden soll, normalerweise kostet. Diese Fragen spielen mit in die Entscheidung ein.

Frau Kunert stellt klar, dass ein geschlossener Bahnhaltepunkt für immer geschlossen bleibt. Man muss sich auch die Frage stellen, wie man tägliche Pendler nach Stendal und Salzwedel ermutigt, Bahn und Bus anstatt des Autos zu nutzen. Gibt es eine Möglichkeit, dieses Thema noch einmal zu vertiefen?

Der Landrat bietet an, dass Herr Stoll dieses Thema in den Fraktionssitzungen noch einmal vorstellt, wenn dies so gewollt wird.

Für Herrn Gehlhar offenbart sich der Widerspruch zwischen der Ökonomie und der Aufgabe des Kreises für seine Bürger in den weniger dicht besiedelten Bereichen. Alle Argumente, die hier angebracht wurden, sind in irgendeiner Art und Weise richtig. Eine Entscheidung kann ich an dieser Stelle noch nicht treffen.

Herr Schulz bittet darum, dass Herr Stoll in der Fraktionssitzung von Pro Altmark noch einmal dieses Thema ausführt. Er ergänzt, dass auch die Vertragslänge von 18 Jahren sehr beachtlich ist.

Herr Stoll erklärt, dass man davon ausgeht, dass die NASA in diesem Zeitraum von 18 Jahren den Ausbau des Bahnhaltepunktes Steinfeld refinanzieren will. Ziel ist es, dass mehr Leute die Bahn als Verkehrsmittel nutzen, damit die NASA höheren Umsatz generieren kann.

Herr Berlin fragt, ob es Erhebungen dazu gibt, wie der Rufbus von Schernikau nach Belkau genutzt wird. Zudem ist fraglich, wie die zukünftige Strecke mit dem Rufbus aussehen soll.

Herr Stoll antwortet, dass das vorliegende Angebot mit StendalBus entwickelt und kalkuliert wurde. Man ist davon ausgegangen, dass bei den tatsächlichen Rufbuskilometern eine Abrufquote von 2-3 % eintreten würden.

Der Landkreis hat zudem geplant in den nächsten Jahren ein Konzept zu entwickeln, wie Bahn und Bus besser aufeinander abgestimmt werden können. Ein solches Konzept muss mit Fachleuten und der NASA besprochen werden.

Herr Staudt geht noch einmal auf die Auslastung des Rufbusverkehrs ein. Der Rufbus wird mit 2-3 % Auslastung viel zu wenig genutzt.

 

Weitere Fragen werden nicht gestellt.

Die Beschlussvorlage wird einstimmig an den Kreistag zur Entscheidung weitergegeben.