Beschluss: einstimmig zugestimmt

Der Landrat und Herr Stoll stellen die Vorlage zur Sicherung der Ärzteversorgung vor.

Herr Schulz kann diese Idee nur unterstützen. Finanziert die Kassenärztliche Vereinigung (KV) auch einen Teil des Stipendiums oder finanziert der Landkreis dies allein?

Herr Stoll antwortet, dass der Landkreis allein die 800 € pro Studenten zahlt. Die KV zahlt dieses Geld direkt an den Studenten aus, beteiligt sich aber nicht. Die Kassenärztliche Vereinigung hat eigene Stipendienprogramme im Land Sachsen-Anhalt.

Herr Puhlmann fragt, ob die regionale Beschränkung, dass nur Abiturienten aus dem Landkreis Stendal gefördert werden, in der Beschlussvorlage zu finden ist.

Herr Stoll verneint dies. Das Ziel ist aber, bei dem Vertragsschluss mit der KV dies aufzunehmen. Dabei möchte man allerding etwas Flexibilität einbringen. Es gibt einige Schüler, welche im Landkreis Stendal wohnen, aber ein Gymnasium in einem anderen Landkreis besuchen. Auch diese möchte man in den Vertrag mit einbinden.

Herr Gehlhar empfindet das Stipendium als durchaus positiv. Allerdings löst es nicht den generellen Fachärztemangel in bestimmten Regionen. Es besteht weiterhin die Tendenz, dass in Ballungszentren der Andrang nach Fachärzten längst befriedigt ist. Anders ist es in den ländlichen Regionen. Die ausgebildeten Ärzte werden vom Land falsch verteilt. Wenn andere Regionen ebenfalls solche Stipendien zu besseren Konditionen ausschreiben, entsteht ein Konkurrenzkampf. Wie lange ist es möglich, den ausgebildeten Facharzt an den Landkreis zu binden?

Herr Stoll erklärt, dass bereits in dem Vertrag mit den Stipendiaten festgeschrieben wird, dass nach der Facharztausbildung ein KV-Sitz im Landkreis Stendal angenommen werden muss. An diesen Sitz kann man den Facharzt für 3 Jahre binden.

Herr Schulz möchte wissen was passiert, wenn für die Fachrichtung, die der Facharzt studiert hat, kein Sitz frei ist.

Herr Stoll erklärt, dass die KV nach 6 Jahren und 3 Monaten (nach dem Studium) entscheidet, welche Fachrichtung derjenige einzuschlagen hat (je nachdem welcher Facharzt-Sitz frei ist).

Der Landrat erläutert, dass man sich nach Beschluss dieser Vorlage auch um die Bekanntmachung dieses Stipendiums kümmern wird. Die Mittel sind im Haushalt eingestellt.

Herr Stoll ergänzt, dass der Landkreis derzeit als Dienstleister bereits Ansprechpartner für die Kassenärztliche Vereinigung ist, wenn es Ärzte gibt, die in unsere Region kommen wollen. Die Wirtschaftsförderung hat bereits mit der KV Projekte geplant, in denen junge angehende Humanmediziner durch einen zweitägigen Workshop die Altmark näher gebracht wird.

Frau Kunert wirft ein, dass es wichtig ist, das Stipendium zu bewerben. Wenn ein Student BaföG beantragt, wird das Stipendium darauf angerechnet? Außerdem wird der Antrag gestellt, alle haushaltsrelevanten Vorlagen erst zu beschließen, wenn der Haushalt beraten wird.

Der Landrat antwortet, dass der Haushalt im Kreistag am 19.09.2019 mit auf der Tagesordnung stehen wird.

Frau Kunert zieht daraufhin den Antrag zurück.

Herr Stoll erklärt, dass die KV bereits dabei ist, eine Möglichkeit zu finden, dass das Stipendium anrechnungsfrei weitergegeben werden kann. Diese Möglichkeiten prüfen derzeit die Juristen.

Der Landrat macht darauf aufmerksam, dass die Vergabe des Stipendiums erst ab Oktober 2020 beginnt. Vorher werden die Ausschreibungen getätigt und Verträge angefertigt.

Nach kurzer Diskussion einigt man sich darauf, durch die KV weiterhin prüfen zu lassen, ob bereits Studierende in die Ausschreibung mit aufgenommen werden können.

Die Beschlussvorlage wird einstimmig an den Kreistag weitergeleitet.