Das Wort wird Frau Dr. Bergmann übergeben.

 

Frau Dr. Bergmann geht zuerst auf die Schulentwicklungsplanung  ein und informiert, dass es seitens des Landesverwaltungsamtes keine Genehmigung geben wird, die jetzigen 6. Klassen, die zur Zeit am Unterrichtsstandort Seehausen beschult werden als 7. und später 8. Klassen in Seehausen zu unterrichten. Der Beschluss des Stendaler Kreistages wurde somit  vom Landesverwaltungsamt abgelehnt.

Es wird aber eine Genehmigung geben, auch künftig die Kinder der 5. und 6. Klassen

aus der Region Seehausen am Unterrichtsstandort Seehausen zu unterrichten.

 

Vom Regiebetrieb, dem Schulverwaltungs- und Kulturamt sowie dem Gymnasium Osterburg wurde ein Raumkonzept erarbeitet, dass den Ausschussmitgliedern vorgelegt wurde.

Diese Raumkonzept bezieht das Schulgebäude in der Burgstr. 18 mit ein.

Für das Jahr 2009 ist die Sanierung der Fachunterrichtsräume für Chemie und die Erneuerung eines Großteils der Fenster sowie die Fortsetzung von Brandschutzmaßnahmen in den Fluren geplant.Im Schuljahr 2010/11 ist vorgesehen, das Informatikkabinett zu modernisieren.

 

 

Herr Dr. Müller  erwähnt anerkennend, dass in den vergangenen Jahren für die Schule schon viel geleistet wurde u.a. auch die Sanierung der Physikfachkabinette und weist darauf hin, dass in einem davon gerade die Ausschusssitzung stattfindet.

 

Mit der Einbeziehung des Gebäudes Burgstr. 18 wird es zu einer Entspannung der räumlichen Situation kommen. Perspektivisch wird mit 36 Klassen geplant.

 

Prognostisch ist davon auszugehen, dass das Markgraf-Albrecht-Gymnasium 4,5 zügig bestehen wird;

in den Schuljahrgängen 5-8 entsteht eine 5-Zügigkeit und in den Schuljahrgängen 9 -12 eine

4-Zügigkeit.

Es zeichnet sich zunehmend ein sehr starker Rückgang  in den 8. Klassen ab und insgesamt kann festgestellt werden, dass es ca.1/3 der Schüler nicht bis zum Abitur schaffen.

 

Die Nutzung der Räume in der Burgstr. 18 sieht Herr Dr. Müller als künstlerisch-musikalisches Zentrum des Gymnasiums.

 

Er bedankt sich dafür, dass man sich verstärkt für das Gymnasium Osterburg einsetzt und sogar Mittel aus dem Konjunkturpaket II in den Jahren 2009 und 2010 einsetzt.

 

Herr Schulz greift den Grundgedanken  der musisch/ künstlerischen Erziehung auf und betrachtet das Gebäude in der Burgstr. 18 als optimal, da  durch die ruhige Lage keine Störung anderer Schüler erfolgt und mehr Platz für den parallelen Unterricht gegeben ist.

Außerdem ist es möglich, selbständige Gruppenarbeit und Projekte anzubieten.

 

Im Hauptgebäude des Gymnasiums soll auf den Etagen für die Fächer Physik, Chemie und Biologie das Fachraumsystem umgesetzt werden.

 

Frau Braun bedankt sich für die Ausführungen und stellt diese zur Diskussion.

 

Herr Zimmermann fragt an, ob es für Seehausen nach wie vor eine separate Stundenzuweisung gibt.

 

Herr Dr. Müller antwortet darauf, dass es eine Ausnahmeregelung zur Bildung von 4 Klassen in Seehausen gibt. Dafür  erhält die Schule eine separate Stundenzuweisung. 2008 gab es am Standort 75 Schüler.

 

Herr Kloth erkennt an, dass am Standort Osterburg viel  passiert ist und betrachtet die künftige Lösung in der Burgstr.18 als sehr positiv. Er hat darüber auch mit  Lehrern gesprochen, die es begrüßen, die Musikinstrumente aus Seehausen hier her zu nehmen und entsprechend zu nutzen.

Im nächsten und übernächsten Schuljahr kann so die räumliche Situation „entkrampft“ werden.

 

Vor fünf Jahren schätzte Herr Dr. Müller ein, dass  es eine Übergangslösung sei , dass die Kinder der 5. und 6. Klassen aus der Region Seehausen  am Unterrichtsstandort Seehausen

unterrichtet werden.

Aus heutiger Sicht schein das ein „Dauerzustand“ zu werden und es muss festgestellt werden,

dass das Land  nicht bereit ist, Seehausen als eigenen Standort zu akzeptieren.

Die 5. und 6. Klassen befinden sich als „kleines Häufchen“ in einer großen Schule, gehören im Prinzip aber hier her. Es ist unbefriedigend, den Unterricht in 4 einzelnen Gebäuden durchzuführen.

 

Frau Schwarz ist froh über die Investitionen am Osterburger Gymnasium , um einen modernen Schulstandort zu schaffen. Die gebäudetechnische Erweiterung in der bisherigen Grundschule in der Burgstr. 18 für den künstlerischen/ musischen Unterricht findet sie sehr gut.

Es ist enttäuschend, dass die Beschulung der siebten und achten Klassen in Seehausen vom Landesverwaltungsamt abgelehnt wurde.

Den 4 Klassen in Seehausen fehlt ihrer Meinung nach die soziale Nähe, außerdem müssen sie sich umstellen, wenn sie in die 7. Klasse nach Osterburg kommen.

Sie und die Eltern haben sich Gedanken darüber gemacht, wie diese Kinder jetzt schon besser in Osterburg integriert werden könnten. Sie z.B. mit Bussen nach Osterburg zu fahren ist zum einen zu teuer und zum zweiten kann die Schule dieses nicht alleine stemmen. Man sollte sich gemeinsam Gedanken machen, wie eine Integration erfolgen könnte.

 

Frau Braun  sieht diese Schwierigkeiten ebenfalls.

Zweifelsohne können die Fünf- und Sechstklässler in Seehausen die Schule nicht richtig leben, da sie in dem großen Schulgebäude alleine sind. Die Orientierung durch die größeren Klassen fehle. Der Übergang nach Osterburg würde dann ebenfalls als Hürde empfunden.

Aus diesem Grunde bittet sie alle beteiligten Pädagogen und die Eltern um Mithilfe.

 

Aus dem Vorgespräch zum Fachausschuss gibt sie bekannt, dass das Landesverwaltungsamt nur einer Beschulung der 5. und 6. Klassen in Seehausen zustimmt.

 

Herr Zimmermann kritisiert diese Entscheidung und versteht nicht, wie das Landesverwaltungsamt einfach einen Kreistagsbeschluss beiseite wischen kann.

 

Frau Theil  antwortet darauf, dass der Kreistagsbeschluss vom  23.04.09 zur Genehmigung dem Landesverwaltungsamt vorgelegt wurde.

Es gibt im Moment nur die mündliche Aussage des Landesverwaltungsamtes;

eine schriftliche Antwort steht  noch aus.

Es ist zu überlegen, ob der Landkreis dann dagegen in den Widerspruch geht.

 

Frau Braun entgegnet darauf, dass dieses ähnlich ist wie bei der Gebietsreform.

Entschieden wurde darüber im Landtag.

Der Widerspruch wurde abgelehnt , da der Landesgesetzgeber kein Gesetz zu begründen braucht.

 

Herr Kloth spricht sich dafür aus, entgegen der Landesentscheidung trotzdem  die siebente und achte Klassen in Seehausen zu bilden; schließlich befindet sich das Gymnasium in Trägerschaft des Landkreises.

Die Begründung aus „schulfachlicher Sicht“ genügt ihm nicht.

Natürlich ist es erstrebenswert, alle Schüler unter einem Dach zu haben, aber dieses wird nicht funktionieren. Es gibt z.B. knallharte Raumfaktoren, die eingehalten werden müssten.

Er verlangt, dass im Landkreis Stendal mit gleicher Meßlatte gemessen wird; wie andere Landkreise auch.

 

Frau Braun fragt, was passieren würde, wenn wir die Entscheidung nicht akzeptieren ?

 

Frau Dr. Bergmann  stellt klar, dass wir nur für die äußeren Schulbedingungen zuständig sind.

Die Lehrer sind Landesbedienstete. Bilden wir entgegen der Entscheidung des Landesverwaltungsamtes siebente und achte Klassen in Seehausen, wird das Land keine Lehrer zur Verfügung stellen. Es gäbe also keinen Unterricht.“

 

Frau Theil ergänzt dazu, dass wir dann eine ähnliche Situation hätten, wie damals in der Sekundarschule Arneburg.

 

Herr Prange kritisiert ebenfalls, dass die Landesbehörde einen Kreistagsbeschluss ignorieren kann und fragt sich, wozu dann überhaupt noch im Kreistag darüber abgestimmt wird.

 

Frau Dräger sagt dazu, dass wir an der Entscheidung des Landesverwaltungsamtes nichts ändern werden.

Sie findet das Vorhaben, in der Burgstr. 18 ein künslerisch- musikalisches Zentrum zu schaffen , toll und dass wir damit auf dem Weg zu einer besseren Qualität des Unterrichts sind.

Sie glaubt schon, dass die übrigen Unterrichtsräume damit entlastet werden können.

 

Ihr scheint es wichtig, dass entschieden wurde, die 5. und 6. Klassen am Standort Seehausen zu belassen. Es wird dann zwar schwer, sich ab der 7. Klasse an die neuen Bedingungen in Osterburg zu gewöhnen, doch ihre Erfahrungen haben gezeigt, dass es dann doch geht, wenn man anpassungsfähig ist. In den Jahren , wo  z.B. die Förderstufe  für das 5.und 6. Schuljahr gültig war, kamen die Kinder auch erst in der 7. Klasse zum Gymnasium. Man sollte jetzt so schnell wie möglich beginnen, an der gebäudetechnischen Erweiterung des Gymnasiums Osterburg zu arbeiten.

 

Frau Schwarz verweist darauf, dass die Maßnahmen aus dem Konjunkturpaket II und die Beschulung der 7. und 8. Klassen zwei verschiedene Probleme sind.

Sie würde interessieren, wie überhaupt die Begründung der Ablehnung des Kreistagsbeschlusses lautet. Ihrer Meinung nach kann man so keinen Ablehnungsbescheid schreiben, dass es dann keine Lehrerzuweisungen am Standort gibt; das ist „Erpressung“.

 

Frau Dräger sagt dazu, dass es in Wolmirstedt so ein Beispiel gibt.

 

Herr Prange wünscht sich wie alle, dass die Kinder hier zur Schule gehen könnten, von der 5. bis zur 12. Klasse . Dieses wird aber nicht passieren. Ihn ärgert die Ignorierung des Kreistagsbeschlusses auch deshalb, weil man jetzt nicht weiß, wie man den Eltern gegenüber treten soll. Die Tendenz, dass Kinder dann lieber nach Salzwedel oder Wittenberge zur Schule gehen, besteht nach wie vor.

 

Frau Dr. Bergmann fasst zusammen, dass in der Schulentwicklungsplanung die politische Forderung  eingearbeitet  wurde, die 5. und 6. am Standort Seehausen zu belassen.

Dazu kam der Kreistagsbeschluss, die Klassen 7 und 8 ebenfalls in Seehausen zu beschulen.

Der Kreistag befasst sich mit der Schulentwicklungsplanung als Standortplanung, muss aber die Vorgaben für die Schülerzahl berücksichtigen. 

Das Landesverwaltungsamt erteilt dann eine Genehmigung oder kann bestimmte Planvorhaben ablehnen.

Das Land geht hier davon aus, dass so viel wie möglich Unterricht am Standort Osterburg stattfinden soll.

Nun müssen wir mit damit umgehen, dass die 5.und 6. Klassen in Seehausen bzw. die 7. und 8. in Osterburg unterrichtet werden, da die oberste Schulbehörde zu dieser gesetzlichen Regelung ermächtigt ist.

 

Herr Kloth  zitiert auszugsweise die Empfehlungen zum notwendigen Raumbedarf.

Der Raumfaktor in Sekundarschulen und Gymnasien ist 1,5.

 

Herr Zimmermann sagt dazu, dies sei nur eine Empfehlung und hat keine Gesetzeskraft.

Das Landesverwaltungsamt ist nun dafür verantwortlich, dass in diesem Fall gegen die Empfehlung verstoßen wird.

 

Er stellt die Anfrage, auf welchen Untersuchungen die Prognose basiert, dass 1/3  der Schüler das Abitur nicht schaffen.

 

Dr. Müller antwortet darauf, dass diese  Ergebnisse auf Vergleichen und Erfahrungswerten basieren.

 

Frau Braun sagt, dass sich diese „Abbrecherquote“ nicht nur auf das Osterburger Gymnasium bezieht, sondern insgesamt für Sachsen-Anhalt gilt.

 

Sie stellt klar, dass der Landkreis in den kommenden Jahren nicht nur in das Grundschulgebäude , sondern massiv in den gesamten Osterburger Gymnasialstandort investieren muss.

Um den am 07.06.09 neu zu wählenden Kreistag sofort für dieses Vorhaben in die Pflicht zu nehmen, solle das Landratsamt umgehend ein Sanierungskonzept für die Schule erstellen.

 

Die Mitglieder des Fachausschusses sind 1- stimmig dafür.

 

An dieser Stelle richtet sie ihren Dank an die Verwaltung und alle anderen , die in der vergangenen Legislaturperiode die umfangreichen Arbeitsmaterialien erarbeitet haben.