Herr Schmitt stellt einen Antrag (siehe Anlage).

 

Herr Mettner: Auch ich habe eine Mitarbeiterin verloren, die ein attraktiveres Angebot angenommen hat. Wir sind, auch was die Projektfinanzierung angeht, ????? konkurrenzlos, wenn wir das weiterfahren, dann kriegen wir auch ein Problem als Einrichtung, hier adäquat Fachkräfte vorzuhalten. Auch wenn bei uns Stiftungsmittel mit drinhängen: Die Gehälter sind auch bei uns in der Einrichtung seit sieben oder acht Jahren eingefroren. Ich stimme dem Antrag definitiv zu, weil hier wirklich Handlungsbedarf besteht.

 

Herr Kloft: Ich habe im Vorfeld mal bei den verschiedenen Trägern, die aktiv Jugendclubs anbieten, abgefragt, wie bisher die Finanzierung ist und wie bisher die Inflationssteigerung und die Personalkostensteigerung abgefangen wurde. Die eine Sache ist: Es werden evtl. Stunden reduziert. Die zweite Sache ist:  Es wurde in den letzten Jahren ausschließlich durch die Kommunen geleistet. Die Steigerung geschieht, dass, wenn es abgefangen werden muss, es die Kommunen machen, aber die sind auch irgendwann am Ende und können diese Steigerung nicht weiter abfangen. Es ist wichtig als Kreistag zu sagen, dass wir den Status Quo, was die Qualitätsstunden angeht, erhalten wollen, um die Inflation und Personalabbau auszugleichen.

 

Frau Müller: In der Jugendhilfeplanung sowie in der letzten Förderrichtlinie, die seit 2017 in Kraft ist, wurde als Ziel eine gleichmäßige Mindestversorgung in der Kinder- und Jugendarbeit über die gesamte Fläche des Landkreises festgelegt. Von vornherein war klar, wenn es nicht gelingt, den Haushaltsansatz, der für die Kinder- und Jugendarbeit zur Verfügung steht, der Tarif- und Preisentwicklung anzupassen, dass die Möglichkeiten des Abfangens bei einer Deckelung der Mittel ausläuft. Letztes Jahr konnten wir noch aufgrund eines Ausfalls etwas abfedern, dieses Jahr geht das nicht mehr. Es soll nicht dazu dienen, zusätzliche Angebote zu schaffen – das kann man sowieso vergessen. Es sollen die Träger unterstützt werden und auch die Arbeit der Kollegen in der offenen Kinder- und Jugendarbeit soll geschätzt und unterstützt und ihnen eine Teilhabe an der Lohn- und Gehaltsentwicklung ermöglicht werden.

 

Auch trotz des Haushaltsproblems des Landkreises sollte der Antrag auf den Weg gebracht werden. Wir finanzieren die verlässlichen Strukturen der Kinder- und Jugendarbeit, aber wir sind permanent bei der gedeckelten Summe gewesen.

 

Und eins wissen wir: Wir werden ansonsten sukzessive die Strukturen der Kinder- und Jugendarbeit im Landkreis kaputt machen. 

 

Herr Müller unterstützt auf jeden Fall den Antrag von Herrn Schmitt. Die Förderrichtlinie verlangt, dass mindestens 30 Stunden geleistet werden, weiter kann man nicht runtergehen. Und diese mobilen Mitarbeiter müssen in den familienfeindlichen Zeiten bis 22 Uhr an der vordersten Front arbeiten, um die entsprechenden problematischen Jugendlichen zu erreichen, da ist die Fluktuation und Abwanderung sehr hoch, so dass wir fast alle sechs Monate wechseln mussten.

 

Frau Schmidt möchte den Antrag unterstützen. Schon bei der Erarbeitung der Förderrichtlinie, an der sie mitgearbeitet hat, war klar, dass irgendwann so ein Antrag kommen wird. Wir können nicht immer auf alles Rücksicht nehmen.

 

Herr Ollendorf: Wir dürfen als JHA so einen Antrag an den Kreistag stellen.

 

Frau Matzat meint, es wäre schön, wenn der Antrag vorher vorliegen würde.

 

Frau Müller: Ich habe die Formulierung für den Antrag zu Papier gebracht, damit jeder nochmal einen Blick drauf werfen kann. Wie wir es jetzt gemacht haben, ist es auch formal richtig.

 

Herr Ollendorf lässt über den Antrag abstimmen. Der JHA beschließt einstimmig, den Antrag an den Kreistag zu stellen.