Herr Stapel begrüßt noch einmal Herrn Keßler und erteilt dann Herrn Falkhofen das Wort.

 

Herr Falkhofen: Das Thema „Entwicklung der Kriminalität im Landkreis Stendal“

beinhaltet nur die Verstöße gegen das Strafgesetzbuch. Es werden von Herrn Keßler einige

statistische und inhaltliche  Ausführungen für den Landkreis Stendal aus strafrechtlicher Sicht

vorgetragen.

 

Herr Keßler begrüßt die Anwesenden und stellt sich kurz vor. Inhalt seines Vortrages ist

statistisches Zahlenmaterial, aber auch der Vergleich der ersten vier Monate des Jahres 2012

mit dem Vergleichszeitraum aus dem Jahr 2011. Der Inhalt des Vortrages ist die Grundlage

für die anschließende Diskussion.

 

Herr Stapel bedankt sich für die Ausführungen und eröffnet die Diskussion.

 

Herr Noeske: Ist die Aufklärungsquote im Landkreis Stendal  im Landes- und

Bundesvergleich hoch oder niedrig?

 

Herr Keßler: Die Aufklärungsquote der Kriminalpolizei des Polizeireviers

Stendal nimmt im Landesvergleich Sachsen-Anhalt einen Mittelfeldplatz ein.

 

Herr Noeske: Wie ist bei den Rauschgiftdelikten die Altersstruktur?

 

Herr Keßler: Der überwiegende Teil sind hier junge Heranwachsende im Alter zwischen 18

und 21 Jahren. Die eigentlichen Dealer sind dann aber überwiegend im Erwachsenenbereich.

 

Herr Noeske: Bewerten sie Einbrüche in Gartenlauben und Wohnungen gleich?

 

Herr Keßler: Die Einbrüche in Gartenlauben sind hier nicht berücksichtigt.

 

Herr Noeske: Einbrüche in Gartenlauben sind in meiner Sparte rückläufig. Ist das generell

so?

 

Herr Keßler: Einbrüche in Gartenlauben sind verstärkt immer zu Beginn der Gartensaison zu

verzeichnen. Es ist aber nicht so, dass täglich in zwei oder drei Lauben eingebrochen wird.

 

Herr Noeske: Wie sieht es mit dem polizeilichen  Nachwuchs aus?

 

Herr Keßler: Dazu kann ich im Moment keine Angaben machen.

 

Herr Noeske: Etwa im Jahr 1998 habe ich einen ähnlichen  Vortrag in meinem Sportverein

gehört. Damals wurde die Frage gestellt, ob es zwischen  Jugendlichen/Erwachsenen, die sich

in Vereinen engagieren oder die nur auf der Straße „rumhängen“, deutliche Unterschiede im

Verhalten gibt.

Damals war die Antwort, dass es kaum Fälle gibt, wo Jugendliche beteiligt sind,

die regelmäßig Sport treiben  oder in  anderen Vereinen tätig sind. Ist das noch ähnlich oder

hat sich das gewandelt? Es würde uns natürlich freuen, wenn wir hören würden, dass unsere

Sportarbeit dazu beiträgt, Jugendliche von Dummheiten abzuhalten.

 

Herr Keßler: Konkrete Zahlen habe ich nicht. Es gibt aber Erfahrungswerte. Wer sich in

Vereinen betätigt bzw. seine Freizeit sinnvoll verbringt, ist weniger anfällig in eine Clique zu

kommen und dann vielleicht in der Gruppe Straftaten zu verüben. Herr Jonschkowski als

Leiter vom Sachgebiet Jugend hätte sicherlich die bessere Übersicht. Das ist eine interessante

Frage, auf die wir ihnen dann aber eine konkrete Antwort geben werden.

 

Herr Noeske: Die Finanzierung von Sportvereinen ist natürlich wie überall auch Zwängen

unterworfen.

 

Herr Braune: Wird z. B. der Fahrraddieb auch wirklich bestraft?

 

Herr Keßler: Die Staatsanwaltschaft sieht in manchen Fällen auch keinen Haftgrund. Hier ist die Polizei auch machtlos.

 

Herr Stapel: Für diese Fragen müssen wir wahrscheinlich einen Vertreter der Justiz einladen.

 

Herr Braune: Die Beantwortung reicht aus. Man könnte es natürlich noch vertiefen. Z. B. auch die Polizeipräsenz in Insel. Hier werden Kräfte gebunden, die an anderen Orten fehlen.

 

Herr Jahns: Warum werden Wiederholungstäter wieder auf freien Fuß gesetzt?

 

Herr Keßler: Wie bereits gesagt, die Staatsanwaltschaft entscheidet.

 

Herr Stapel: Hier müssen wir die Staatsanwaltschaft und die Gerichte fragen. Als Schöffe habe ich in manchen Fällen meine Zweifel. Aber das ist ein anderes Thema.

 

Herr Stapel: Wie hoch ist ihrer Meinung nach bei den angezeigten Straftaten die Zahl derer die nicht angezeigt werden?

 

Herr Keßler: Es gibt in jedem Bereich eine gewisse Dunkelziffer.

 

Herr Stapel: Bei den festgestellten Tatverdächtigen ist das  ca. jeder 30. Kreisbewohner. Wie ist der Stand im bundes- und landesweiten Vergleich?

 

Herr Keßler: Von der Häufigkeitszahl (diese wird auf 100.000 Einwohner berechnet) liegen wir nicht im oberen Feld. Wir sind keine kriminelle Hochburg. Anders sieht das natürlich in den Großstädten aus.

 

Herr Stapel: Wir sind ja der kreisliche Ordnungsausschuss. Vielleicht haben Sie als Polizei sozusagen Wünsche, was der Kreis tun könnte.

 

Herr Keßler: Von Herrn Noeske wurde ja schon angedeutet, dass es wichtig ist, den Kindern und Jugendlichen entsprechende Freizeitangebote zu geben und das Vereine Fördermittel erhalten. Projekte müssen unterstützt werden.

 

Herr Keßler bedankt sich für die Aufmerksamkeit.

 

Herr Stapel bedankt sich für die Ausführungen und verabschiedet Herrn Keßler.