Frau Müller: Mit dem Bundeskinderschutzgesetz ist der § 79a ins Gesetz gekommen. Nach diesem § haben wir als örtlicher Träger generell dafür zu sorgen, dass alle Träger in allen Bereichen der Jugendhilfe, mit denen wir zusammenarbeiten, die öffentliche Mittel bekommen, auch nach bestimmten Qualitätsstandards zu arbeiten haben. Diese Qualitätsstandards sind durch den JHA auch zu beschließen und diese sind dann Grundlage der Arbeit. Mit dem Bereich der mobilen Jugendarbeit haben wir einen ersten kleinen Schritt getan und den ersten kleinen Bereich begonnen, mit einem Papier auszustatten, von dem ein gewisses Niveau für die Arbeit ausgehen soll. Dieses Papier ist in Zusammenarbeit mit den beteiligten Trägern bzw. Kollegen, die in den mobilen Projekten tätig sind, entstanden. Das ist erstmal eine gute Basis, aber im Laufe der nächsten Jahre und im Rahmen der Fortschreibung muss man bestimmte Forderungen oder Formulierungen hinterfragen und dann sehen, ob diese ausreichen. Wir geben aber eine Botschaft an die Träger, dass es uns wichtig ist, dass Jugendarbeit nach bestimmten Maßstäben zu erfolgen hat.

 

Herr Dr. Kühn: Hatten wir bisher keine Qualitätsstandards?

 

Frau Müller: Nein. Zumindest keine, die auf dem Papier mit der Überschrift „Qualitätsstandard“ stehen. Schritt für Schritt werden wir in alle anderen Bereiche vordringen und Qualitätsstandards aufschreiben und festlegen. Das gilt nicht nur für freie Träger, sondern auch für öffentliche Träger.  Zukünftig sollte das dann vorab Gegenstand im Unterausschuss Jugendhilfeplanung sein.

 

___? Gibt es Vorbilder, nach denen wir uns gerichtet haben?

 

Frau Müller: Es gibt keine Vorbilder. Es handelt sich um einen ersten Versuch, der mit Sicherheit noch entwicklungsfähig ist. Für uns war wichtig, das Papier mit den Beteiligten zu erstellen.

 

Herr Strube? War es ein Beweggrund, dass wir die Kinder- und Jugendarbeit dadurch verbessern können?

 

Frau Müller: Wir hätten auch mit einem anderen Bereich anfangen können. Es hat sich einfach angeboten. Es gibt eine Arbeitsgruppe „Mobile Jugendarbeit“, wo wir reflektiert bekommen, wo die Probleme vor Ort liegen und man ggf. eingreifen und helfen kann.

 

Herr Zürcher findet die Art und Weise, wie es entstanden ist, toll. Wir als Kunstplatte sind erst ein Jahr dabei, Qualität gab es auch schon vorher, aber nun gibt es einen Rahmen und ein sehr gutes Vernetzen der Projekte untereinander, dass man auch miteinander arbeitet.

 

Herr Dr. Kühn lässt über die DS-Nr. 357/2012 abstimmen. Die Drucksache wird einstimmig beschlossen.