Betreff
Auswirkungen der Fahrplanänderungen auf der Landeslinie 900
Vorlage
499/2022
Art
Beschlussvorlage

Beschlussvorschlag:

 

Der Kreistag beschließt die von der NASA GmbH initiierte Fahrplanänderung zum Dezember 2022 entsprechend dem beigefügten Fahrplanentwurf (Stand: Januar 2022).

Um die nicht mehr in der Linie 900 enthaltenen Orte bzw. Haltestellen ab Fahrplanwechsel im Dezember 2022 in den ÖSPV einzubinden, wird die Variante 2 mit den nachfolgend aufgeführten Maßnahmen umgesetzt, wobei der endgültige Fahrplan zwischen der stendalbus GmbH und dem Landkreis Stendal abzustimmen ist.

 

Maßnahmen:

Heeren                                                Mo-Fr 2-Stunden-Takt von 05:00-18.00 Uhr

Schönhausen Grundschule                nur Schülerverkehr, Integration in die Linie 900

Neuermark/Lübars                              Mo-Fr vier Fahrtenpaare nach Klietz

Dahlen, Toppel, Nitzow                       Mo-Fr zwei Fahrtenpaare, dav. eins als Rufbus, Ferien nur Rufbus

Sachverhalt:

 

Die Buslinie 900 ist Bestandteil des Bahn-Bus-Landesnetzes Sachsen-Anhalt und verkehrt von Stendal über Tangermünde – Schönhausen – Havelberg bis nach Glöwen. Als Teil des Landesnetzes wird die Einhaltung der Angebots- und Qualitätsvorgaben auf der Linie 900 durch das Land Sachsen-Anhalt mit ca. 670,0 TEUR pro Jahr gefördert.

 

Auf Initiative der Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA GmbH) wird es ab Dezember 2022 zu einer größeren Fahrplanänderung auf der Linie 900 kommen. Grundlage der Änderungen ist eine Evaluierung der Fahrgastnachfrage aus dem Jahre 2016 und eine vorausgegangene Potentialananlyse. Ziel der Fahrplanänderungen ist ein beschleunigtes Verkehrsangebot zwischen Havelberg und Stendal. Mit einer Verknüpfung der Landeslinie 742 (Genthin – Tangermünde) soll ein besseres und umfangreicheres Angebot geschaffen werden.

 

Um die Verknüpfung mit der Landeslinie aus Genthin herstellen zu können, wird die Linie 900 neu über Fischbeck geführt. Dort soll mittelfristig eine Verknüpfungshaltestelle errichtet werden. Die 900 wird zukünftig abwechselnd auf direktem Weg nach Stendal bzw. Tangermünde fahren, so dass sich auf der 900 ein Zwei-Stunden-Takt zwischen Havelberg und Stendal ergibt. Auch die Landeslinie 742 wird alle zwei Stunden nach Tangermünde bzw. Stendal fahren, so dass sich mit Umstieg in Fischbeck ein schneller Stundentakt zwischen Havelberg und Stendal bzw. Havelberg und Tangermünde ergibt. Der Abschnitt Tangermünde – Stendal über Heeren wird zukünftig nicht mehr Bestandteil der Landeslinie 900 sein. Um das Fahrplanangebot beschleunigen zu können, werden zukünftig mehrere Haltestellen entlang der Strecke durch die Linie 900 nicht mehr bedient. Dazu gehören neben der Grundschule Schönhausen auch die Orte Neuermark-Lübars und nördlich von Havelberg die Orte Dahlen, Toppel und Nitzow.

 

Um zusätzliches Fahrgastpotential zu erschließen, soll die Linie 900 künftig über den Hauptbahnhof in Stendal hinaus eine kleine Stadterschließung vornehmen. Um die Wege zu den Haltestellen in Tangermünde zu verkürzen, sollen entlang der Arneburger Straße in Tangermünde zwei weitere Haltestellen eingerichtet werden. Es ist beabsichtigt, die Fahrten, welche in Tangermünde enden, bis zur Haltestelle an der Sekundarschule zu führen. Auch in Havelberg soll die Linie 900 eine Stadterschließungsfunktion übernehmen, indem sie jede Stunde über den Wasserturm hinaus über die Pritzwalker Straße bis zum Edeka fortgeführt werden wird.

 

Neben der Linienführung ändern sich auch die Abfahrtszeiten. Damit werden komfortablere Umsteigezeiten zwischen Bus und Bahn in Stendal und Schönhausen erreicht. Allerdings wird der Anschluss in Glöwen an den RE2 Richtung Berlin bei den von Stendal bis Glöwen durchgängigen Fahrten entfallen. Um das auszugleichen, fährt die Linie 900 neu zwischen Havelberg und Glöwen im Stundentakt, so dass alle zweite Stunden der Anschluss an den RE2 Richtung Berlin gewährleistet werden kann. Am Wochenende bleibt der Zwei-Stunden-Takt zwischen Havelberg und Stendal bestehen und Tangermünde hat mit Umstieg in Fischbeck ebenfalls Anschluss in Richtung Havelberg und Stendal.

 

Diese Fahrplanänderungen erhöhen die gefahrenen Kilometer auf der Linie 900 von jetzt 640,0 Tkm auf ca. 760,0 Tkm pro Jahr. Diese Mehrkilometer auf der Linie 900 führen allein zu erheblichen Mehrkosten für den Landkreis in Höhe von ca. 190,0 TEUR, welche bisher nicht vollständig durch eine höhere Landeszuweisung gedeckelt werden können. Daher wird der Landkreis mit der NASA GmbH verhandeln, um einen vollständigen Kostenausgleich für die Mehrkilometer auf der Linie 900 zu erreichen.

 

Durch die Verwaltung wurde geprüft, inwieweit die Orte bzw. Haltestellen, welche zukünftig nicht mehr auf der Linie 900 angefahren werden, in andere Linien integriert werden können. Dabei wurden verschiedene Varianten untersucht und ihre jeweiligen finanziellen Auswirkungen auf den Landkreis berechnet. Nicht berücksichtigt wurde, ob bei der Umsetzung zusätzliche Fahrzeuge benötigt werden.

 

Von den untersuchten Varianten möchte der Landkreis Stendal drei Optionen vorstellen, wie die entfallenden Haltestellen in das vorhandene ÖSPV-Netz integriert werden können:

 

1.    Variante

Es werden nur die schulrelevanten Fahrten, welche über die Linie 900 nicht mehr umsetzbar sind, für die betreffenden Orte (Heeren, Neuermark-Lübars, Dahlen, Toppel, Nitzow) gefahren. Das bedeutet, ausschließlich an Schultagen gibt es eine Hinfahrt und drei bzw. vier Rückfahrten vom Wohnort zum Schulort. Die voraussichtlichen Kosten für den Landkreis werden dafür ca. 54,6 TEUR pro Jahr betragen.

 

Haltestellen

Verkehrsangebot

Heeren

nur Schülerverkehr (1 Hinfahrt, 3 Rückfahrten)

Schönhausen, GS

nur Schülerverkehr (2 Rückfahrten),
Integration in vorhandene Fahrten L900

Neuermark/Lübars

nur Schülerverkehr (1 Hinfahrt, 4 Rückfahrten),
Integration in vorhandene Fahrten

Havelberg, Kaserne

 

Dahlen, Toppel, Nitzow

nur Schülerverkehr (1 Hinfahrt, 3 Rückfahrten)

Kosten:

 54.600,00 €

 

 

2.    Variante

Der Abschnitt Stendal – Heeren – Tangermünde wird von Montag bis Freitag in der Zeit von 05:00 Uhr – 18:00 Uhr in einen Zwei-Stunden-Takt bedient. Für die Grundschule in Schönhausen werden zwei Rückfahrmöglichkeiten geschaffen. Die Orte Neuermark-Lübars haben von Montag bis Freitag mit vier Fahrten je Richtung nach Klietz Anschluss an die Linie 900 nach Stendal. Die Einwohner von Dahlen, Toppel und Nitzow können zusätzlich zu den bereits bestehenden Fahrten an Schultagen von Montag bis Freitag zwei zusätzliche Fahrten je Richtung, eine davon als Rufbus, nutzen, um nach Havelberg bzw. Glöwen zu kommen. In den Ferien werden diese beiden Fahrten als Rufbus angeboten. Hierfür betragen die voraussichtlichen Kosten ca. 131,0 TEUR pro Jahr.

 

Haltestellen

Verkehrsangebot

Heeren

Mo-Fr 2-h-Takt von 05:00-18:00 Uhr

Schönhausen, GS

nur Schülerverkehr (2 Rückfahrten),
Integration in vorhandene Fahrten L900

Neuermark/Lübars

Mo-Fr 4 Fahrtenpaare nach Klietz

Havelberg, Kaserne

Mo-Fr 2 Fahrtenpaare, dav. 1 Rufbus, Ferien nur Rufbus

Dahlen, Toppel, Nitzow

Mo-Fr 2 Fahrtenpaare, dav. 1 Rufbus, Ferien nur Rufbus

Kosten:

 131.000,00 €

 

           

Eine mögliche Option für die Variante 2 wäre bei Heeren die Fahrtenanzahl auf vier Fahrtenpaare von Montag bis Freitag herabzusetzen. Damit würden sich die Kosten der Variante 2 auf ca. 103.700,00 € im Jahr reduzieren.

           

           

Haltestellen

Verkehrsangebot

Heeren

Mo-Fr 4 Fahrtenpaare

Schönhausen, GS

nur Schülerverkehr (2 Rückfahrten),
Integration in vorhandene Fahrten L900

Neuermark/Lübars

Mo-Fr 4 Fahrtenpaare nach Klietz

Havelberg, Kaserne

Mo-Fr 2 Fahrtenpaare, dav. 1 Rufbus, Ferien nur Rufbus

Dahlen, Toppel, Nitzow

Mo-Fr 2 Fahrtenpaare, dav. 1 Rufbus, Ferien nur Rufbus

Kosten Option:

 103.700,00 €

 

 

3.    Variante

Die Variante 3 würde das bestehende Angebot nahezu vollständig kompensieren, d.h. der jetztige Fahrtenumfang wird fortgesetzt. Für die Orte Heeren sowie Neuermark-Lübars würde das einen Zwei-Stunden-Takt täglich bedeuten. Diese Variante ist die Kostenintensivste und wird voraussichtlich ca. 294,0 TEUR pro Jahr betragen.

 

Haltestellen

Verkehrsangebot

Heeren

tgl. 2-h-Takt (bisheriges Angebot)

Schönhausen, GS

nur Schülerverkehr (1 Hinfahrt, 4 Rückfahrten),
Integration in vorhandene Fahrten

Neuermark/Lübars

tgl. 2-h-Takt (bisheriges Angebot, nach Klietz mit Anschluss an L900 Richtung Stendal)

Havelberg, Kaserne

Fortführung bisheriges Angebot (Mo-Fr 2 Hin/4 Rück, So 2 Hin/2 Rück) bei teilw. Integration in vorhandene Fahrten

Dahlen, Toppel, Nitzow

Fortführung bisheriges Angebot (Mo-Fr 2 Hin/4 Rück)

Kosten:

 294.000,00 €

 

 

Bei allen Varianten wurde davon ausgegangen, das die stendalbus GmbH das zusätzliche Fahrplanangebot ohne zusätzliche Busse fahren kann. Gegebenenfalls sind die Kosten für einen Standardlinienbus noch hinzuzurechnen. Weiterhin wurden Preissteigerungen aufgrund der Preisgleitklausel des Verkehrsvertrages bei der Kostenabschätzung ebenfalls nicht berücksichtigt.

 

Die Verwaltung schlägt die Umsetzung der Variante 2 vor. Entsprechend der Fahrgastzahlen stellt sie ein ausreichendes und verkehrlich sinnvolles Angebot dar.

Finanzielle Auswirkungen:

 

Kosten für den Landkreis:

Ca. 131.000,00  EUR

Jährliche Folgekosten:

Ca. 131.000,00  EUR

Mittel bereits veranschlagt?

Ja / Nein

Haushaltsjahr:

 

Haushaltsstelle:

5.4.7.10.531700

Bemerkungen:

 

 

Anlagenverzeichnis:

 

Fahrplanentwurf der Linie 900

Präsentation „Fahrplanänderungen auf der Linie 900“