Betreff
Verstetigung der Unterstützungsstruktur der mobilen Jugendberufsagentur (mJBA) im Landkreis Stendal nach RÜMSA
Vorlage
508/2022
Art
Beschlussvorlage

Beschlussvorschlag:

 

Der Kreistag beschließt, den Landrat bzw. seinen bevollmächtigten Vertreter zu beauftragen, die Kooperationsvereinbarung, die Verwaltungsvereinbarung und den Finanzplan zu unterzeichnen, damit die aus dem Landesprogramm RÜMSA und den Mitteln des ESF entwickelte mJBA nach Auslaufen der Förderung am 30.06.2022 im Bündnis mit der Agentur für Arbeit Sachsen-Anhalt Nord und dem Jobcenter Stendal ab dem 01.07.2022 weitergeführt werden kann.

 

Sachverhalt:

 

Umsetzung der mJBA:

Um die Aufgaben entsprechend umzusetzen, wird eine Personalstelle benötigt. Die Kosten werden paritätisch unter den 3 Bündnispartnern getragen:

Personalstelle:                      1 x Koordinationsstelle der mJBA; EG 9b Vollzeit befristet

                                    Hinweis: Personal- und Organisationshoheit liegt beim Landkreis Stendal

 

Zeitraum:                   01.07.2022 – 30.06.2025

Kosten:                      Die Kosten werden paritätisch zu jeweils ein Drittel je Bündnispartner getragen.

275.242,20 € insgesamt (Personal- und Sachkosten)

                                    91.747,40 € Anteil LK insgesamt

Jahresscheiben: (2022: 21.306,80 €; 2023: 27.772,54 €;                                           2024: 28.274,66 €; 2025: 14.393,41 €)

 

Die Bündnispartner Agentur für Arbeit, Jobcenter und Landkreis Stendal arbeiten seit 2017 zusammen, um aus den Mitteln des Landesprogramms RÜMSA eine mobile Jugendberufsagentur im Landkreis Stendal zu entwickeln und zu verstetigen. Insgesamt sind in dieses Projekt seit 2017 ca. 600.000 € geflossen.

Ziel ist es, jungen Menschen am Übergang von Schule und Beruf anhand ihrer individuellen Kompetenzen in eine sichere Ausbildung oder sicheres Studium zu begleiten und damit eine Basis für ihr zukünftiges Leben zu bieten. Angesichts der demografischen und infrastrukturellen Voraussetzungen des Landkreises Stendal wird diese Aufgabe immer mehr an Bedeutung gewinnen.

Zielgruppen sind in erster Linie junge Menschen mit sozial-ökonomischen Problemfeldern und deren Bezugspersonen. Die klassischen Angebote der Bündnispartner sind stark, erreichen aber die o.g. Zielgruppen oftmals nicht, um eine individuelle Berufsorientierung zu gewährleisten.

Die mJBA ist in der Lage, digital und modern niederschwellig dort anzusetzen, wo die Bündnispartner bislang ihre Angebote nicht entwickeln konnten. Außerschulisch da, wo die jungen Menschen sich in ihrer gewohnten Umgebung aufhalten, wird mit dem Pop-Up-Office in Zusammenarbeit mit der Jugendarbeit und den Bündnispartnern die Thematik Berufsorientierung deutlich unterstützt. Die Unterstützungsstruktur der mJBA mit dem Hauptwerkzeug des PUO und begleitend einer Webseite ist unmittelbar nach der RÜMSA Förderung von keinem der Bündnispartner allein durchführbar und finanzierbar. Die Bündnispartner haben sich mit der Absichtserklärung vom 03.12.2020 grundsätzlich auf die Weiterführung der mJBA im Landkreis Stendal nach der RÜMSA-Projektförderung geeinigt (Anlage 6).

Vorgesehen ist es, anhand einer Verwaltungsvereinbarung (Anlage 1) und einer Kooperationsvereinbarung (Anlage 2) mit dem notwendigen Finanzplan (Anlage 3) und den Anhängen der Konzepte (Anlagen 4 und 5) ab Juli 2022 nahtlos an das RÜMSA Programm anzuschließen und auf Grund der Finanzplanung der einzelnen Bündnispartner bis Juni 2025 zu kalkulieren.

Begründung:

Mit dem Projekt RÜMSA im Landkreis Stendal wurden die gewünschten Ziele erreicht.

-          rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit von SGB II, SGB III und SGB VIII in der Berufsorientierung

-          gemeinsamer digitaler Auftritt mit eigenem Corporate Design „Meine Zukunft im Landkreis Stendal“

-          Entwicklung der speziell für die Region zugeschnittenen mobilen Jugendberufsagentur mit dem Pop-Up-Office „JUMBO“

-          Vernetzung, Zusammenarbeit und Steuerung mit der Jugendsozialarbeit im Landkreis

-          Es wurden über 2300 junge Menschen und deren Bezugspersonen mit zum Teil schweren sozial-ökonomischen Problemen erreicht. Damit wurde das Ziel trotz Problemen aus der Covid-19 Pandemie übererfüllt!

-          Neu entwickelte Formate wie z.B. die „Berufe Rallye“ bringen Unternehmen mit jungen Menschen in Kontakt und erweitern das Interesse an Berufsorientierung auf allen Seiten

-          einheitliche Hausaufgabenhefte wurden 3 Schuljahre für die Sekundar- und Gemeinschaftsschulen im Landkreis Stendal zur Verfügung gestellt

Die Einstellung der Arbeit an der mJBA im Landkreis Stendal nach der RÜMSA Förderung würde nicht nur die Arbeit der letzten Jahre umgehend zu Nichte machen, sondern die Chance auf eine unkonventionelle und niedrigschwellige Ansprache verstreichen lassen, zu welcher keiner der Bündnispartner alleine in der Lage wäre.

Weiterhin besteht die Gefahr, dass der Fördermittelgeber erhebliche Rückforderungen aus der Fördersumme geltend macht, da das vereinbarte Ziel, hier die Verstetigung der mJBA im Landkreis Stendal, nicht erreicht werden würde.

 

Finanzielle Auswirkungen:

 

Kosten für den Landkreis:

  EUR

Jährliche Folgekosten:

  EUR

Mittel bereits veranschlagt?

Ja / Nein

Haushaltsjahr:

 

Haushaltsstelle:

 

Bemerkungen:

Die Kosten werden paritätisch zu jeweils ein Drittel je

Bündnispartner getragen.

275.242,20 € insgesamt (Personal- und Sachkosten)

91.747,40 € Anteil LK insgesamt

 

Jahresscheiben:

2022: 21.306,80 €

2023: 27.772,54 €

2024: 28.274,66 €

2025: 14.393,41 €)

 

 

Anlagenverzeichnis:

 

Anlage 1: Verwaltungsvereinbarung

Anlage 2: Kooperationsvereinbarung

Anlage 3: Finanzplan

Anlage 4: Konzept mobile Jugendberufsagentur

Anlage 5: Konzept Pop-Up-Office

Anlage 6: Absichtserklärung zur Weiterführung der mJBA